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Inhalte und Ziele
Die Ausbildung im Kyusho Combat System erfolgt in einem festgelegten Graduierungssystem. Es beinhaltet 6 Schülergrade bis zum 1. Meistergrad. Diese sind Gelb-, Orange-, Grün-, Blau-, Rot- und Braungurt. Jeder Gürtelgrad muß mit einer Prüfung bestätigt werden. An jeder Prüfung ist das Erlernte komplett zu zeigen. Das heißt z.B. bei der Prüfung zum Grüngurt, wird der Gelbgurt und der Orangegurt überprüft. Die Verteidigungstechniken auch im Gelbgurt sind weiterführend aufgebaut und der Schüler entwickelt sich und die Technik ebenfalls weiter.
Aufbautraining Grundsätzlich wird jedes Training mit Übungen zur Verbesserung der Dehnung, der Motorik, der Reflexe und des Muskelaufbaus begonnen. Atemübungen und Meditation werden ebenfalls mit eingebracht.
Techniktraining Hier werden Voraussetzungen für die Grundtechnik und das spätere Partnertraining geschaffen. Es werden Schlag und Stoßtechniken, Kombinationen mit Fäusten, Händen, Ellenbogen und mit den Füßen usw. gelehrt. Das Üben wird meist an Pratzen und am Sandsack ausgeführt, um diese auch mit Kontakt zu trainieren. Es soll die Gegenangriffe und deren Abläufe perfektioniert.
Fallschule Die Kraft die bei einem Angriff z.B. durch einen Stoß oder durch einen Wurf auf unseren Körper einwirkt, wird bei den Falltechniken durch eine Rolle oder Sturz aufgefangen. Rolle vorwärts, rückwärts, seitlich, Sturz vorwärts, rückwärts, seitlich usw. werden in einer speziellen Fallschule den Schülern vermittelt. Die Übungen werden mit den Schülern auf Tatami Matten trainiert.
Bodenkampf - Grappling Grundsätzlich lernen die Schüler im Kyusho Combat System auch den Bodenkampf. Dazu gehören Grappling, sowie Anti Grappling Methoden. Um uns realistisch im Bodenkampf verteidigen zu können, vermitteln wir Techniken, die zu Nervendruckpunkten zielen. Es findet kein Bodenkampf als sportlicher Wettkampf statt.
Waffen Im Kyusho Combat System gehört der Umgang mit Waffen zur Ausbildung dazu. Das Hauptgewicht liegt dabei auf der Verteidigung gegen Stock- und Messerangriffen. Unser Leitsatz heißt dabei; nur wer weiß wie die Angriffe mit einem Messer oder einem Stock ausgeführt werden und diese kennt, kann sich optimal auch gegen Waffen verteidigen.
Selbstverteidigung Das SV System beinhaltet den heutigen Schlägermethoden angepasste Nahkampftechniken. Die Angriffe werden von einem Partner realistisch ausgeführt. Sie beschränken sich nicht nur auf Faust oder Fußangriffe, sondern beschäftigen sich vielmehr mit der Verteidigung gegen Würgen, Umklammern, Festhalten, Hebeln, Bodentechniken usw.
Nahkampf Es werden bewusst keine akrobatischen Kontertechniken, sondern effektive auf kurze Distanz einsetzbare Techniken verwendet. Die Distanz im Nahkampf, wie sie in Räumen oder Hallen vorgegeben ist, erfordern ein schnelles Reagieren und Agieren auf kurzen Wegen. Dies ist markant für den Lehrplan im Kyusho Combat System. Selbst die neusten Vollkontaktkämpfe, bei denen so ziemlich alle Angriffstechniken erlaubt sind zeigen, das alle ob kurz oder lang im Nahkampfbereich enden. Der Straßenkampf hat immer andere Gesetze, wie ein sportlicher Wettkampf
Vitalpunkte, Atemi, Dianxue, Dimmak, Tsubo werden die Punkte am menschlichen Körper genannt, die ungeschützte und dadurch leicht verletzbare Stellen sind. Sie sind die Hauptangriffspunkte im Kyusho Combat System. Diese Angriffspunkte werden mit dem Wissen des Kyusho Jitsu, der unterschiedlichen Auswirkungen auf den Körper des Gegners weitergegeben.
Kampfsportarten haben für uns eine große Bedeutung. Wir akzeptieren und respektieren alle Kampfkünste in ihrer eigenen Art. Dies ist eine wichtige Voraussetzung. Denn nur wer einen offenen Geist hat und sich frei von Vorurteilen gegenüber allen Kampfkünsten bewegen kann, wird nicht fassungslos einem systemfremden Angriff gegenüberstehen. Ab Grüngurt wird gefordert, das sich der Schüler bewusst mit verschiedenen Kampfsportarten auseinandersetzt. Er soll Techniken aus einem fremden System erlernen und auch in Anwendung zeigen.
Taktiken Durch wirkungsvolle Abwehrtechnik (keine Blocktechniken) und gezielte Gegenangriffe wird der Angreifer dorthin geführt, wo ihn der Verteidiger dann kontrollieren, festhalten, abführen, schocken oder lähmen kann. Durch Kenntnisse der körperlichen und geistigen Reaktionen des Angreifers auf Schockschläge, Nervenpressen und Gelenkhebel, wird dieser handlungsunfähig und somit kampfunfähig gemacht.
Schriftliche Arbeit Ab Grüngurt wird eine schriftliche Arbeit gefordert. Die Schüler bekommen ein vorgegebenes Thema und sollen sich auch geistig mit diesem auseinandersetzen. Ab Blaugurt wird parallel zum Kampfsporttraining, theoretisches Wissen zu Kyusho Jitsu gefordert.
Kyusho Jitsu Ab Blaugurt wird das Wissen von Kyusho Jitsu unterrichtet. Die Schüler bekommen eine theoretische Grundlage über das Wissen, sowie theoretische Grundlagen zur Traditionellen Chinesischen Medizin vermittelt.
Kiai Jitsu Ab Braungurt wird das Wissen von Kiai Jitsu unterrichtet.
Kuatsu / Shiatsu Kuatsu ist die japanische Erste Hilfe. Sie gehört im Kyusho Combat System zum Ausbildungsprogramm. Kuatsu / Kappo wird erlernt, um bei möglichen Verletzungen im Kampfsporttraining Soforthilfe leisten zu können.
Prüfung Zur Prüfung werden nur Schüler zugelassen, die eine Wartezeit eingehalten und die vorgeschriebenen Techniken erlernt und verstanden haben. Die Prüfung beginnt mit den Grundtechniken und der Fallschule, die von Gürtelgrad zu Gürtelgrad erweitert wird. Die Abwehr- und Angriffstechniken werden mit einem Partner realistisch vorgetragen. Bei jeder Gürtelprüfung werden die vorhergehenden Prüfungstechniken wiederholt und vollständig gezeigt. Es werden zusätzliche Techniken, wie zum Beispiel Messertechniken, Stocktechniken, Würgetechniken, Bodentechniken, Hebeltechniken verlangt. Vitalpunkte am menschlichen Körper, deren Angriffstechnik und deren Auswirkung nach einem Treffer werden an Blaugurt abgefragt. Theorie (Notwehrparagraph), eine schriftliche Arbeit, sowie Erste Hilfe (z.B.stabile Seitenlage oder Rautekgriff) gehören zur Prüfung dazu.
Wir wollen individuell auf den Menschen und seine Fähigkeiten eingehen. Wir vermitteln Nahkampftechniken so, das jeder Einzelne die Technik nach seinen körperlichen Fähigkeiten umsetzen kann. Das Ziel ist, dass jeder in einer Notwehrsituation, seine Kraft und seine Energie so einsetzen kann, dass er für sich die größte Wirksamkeit erzielen kann. Ein weitere Priorität ist, seine Abwehr- sowie Angriffstechniken kontinuierlich zu verbessern.
Gebhard Lämmle, 5 Dan
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